About

Ich bin Sasi Subramaniam und beruflich bin ich ein Fotograf. Wer bin ich eigentlich?

“Eines meiner Lieblingsbücher  ist der Roman „Der Fremde“ von Albert Camus. Es ist nicht nur wegen der Philosophie, sondern auch der Titel „der Fremde“. Denn ich fühlte mich schon in den 34 Jahren, die ich in Sri Lanka lebte, immer als Fremder.

Ich war  ein Tamile, hatte aber alle Schulen auf Singhalesisch gemacht, sprach und schrieb besser Singhalesisch als Tamil, und  heiratete eine Singhalesin. Aus diesen Gründen war ich für Tamilen ein Fremder. Ich war aber auch  für Singhalesen ein Fremder, weil ich von Geburt und dem Namen nach ein Tamile war.

Für mich als Journalist war es eigentlich ein Vorteil, dass ich keiner Partei angehörte und mich nur der Wahrheit verpflichtet fühlte. Ich liebte es, als Fremder im eigenen Land zu leben.

2008 bin ich mit meiner Frau in die Schweiz gekommen, und in diesem Land bin ich nun erst recht ein Fremder wegen der Sprache und der Kultur. Das hat mich aber nicht überrascht und nicht unglücklich gemacht, weil ich das, wie gesagt, schon gewohnt war.

Nach zwei Jahren bekam ich als grossen Glücksfall die Gelegenheit als Fotograf bei der Südostschweiz zu arbeiten. Wenn ich bei einem Anlass umhergehe und Fotos mache, merke ich, dass die Leute ein wenig verwundert reagieren und mich als Fremden wahrnehmen. Aber für meine Arbeit spielt das keine Rolle. Ich habe viel fotografiert, sei es an der Landsgemeinde, an der Näfelser Fahrt, auf einem Flohmarkt oder an einer politischen Versammlung und fühlte dabei keinen Nachteil hier fremd zu sein, im Gegenteil.

Inzwischen kennen mich aber  viele Leute, sprechen mich an, erkundigen sich nach meiner Kamera oder nach meiner Familie, d.h. allmählich verliert sich das Gefühl, fremd zu sein. Manchmal werde ich freundlich angelacht wie ein guter Bekannter und sogar mit meinem Namen „Herr Subramaniam“ begrüsst. Und wenn ich mit Frau und Kindern unterwegs bin, kommen Leute, die ich nicht kenne, auf uns zu und erkundigen sich nach unserem Wohlergehen.

Wenn sich nun das Gefühl, Fremder zu sein, langsam verflüchtigt, bin ich nicht sicher, ob ich darüber traurig sein soll oder glücklich.“

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s